Meditation
Die Meditation bedeutet im übertragenen Sinn Innenschau und ist eine spirituelle Praxis der Konzentrations- und Achtsamkeitsübung, die - gerade in östlichen Kulturen - als zentrale Bewusstseinsschulung praktiziert wird. Primäres Ziel ist dabei die Beruhigung und Sammlung des Geistes, um aus der Dualität des Lebens, den Polaritäten, in die Erfahrung des losgelösten, raum- und zeitlosen Seins zu gelangen. Die Meditation wird daher auch als ein Weg zur Erleuchtung beschrieben. Wir finden die Meditation aber auch in christlichen Traditionen wie der (gegenständlichen) "geistigen Betrachtung" und der (gegenstandslosen) Kontemplation.
»Meditation liegt jenseits des Intellekts, jenseits des Denkens und damit jenseits des Ego. Meditation ist kein kompliziertes System aus verschiedenen Atem- und Konzentrationsübungen. Meditation ist nichts weiter als einfach sein. Aber nichts ist schwerer als das. Wir begeben uns in die fremde Welt unseres Inneren, wo manchmal Chaos der Gedanken und Gefühle herrscht, und dann wieder [...] tiefe Stille.«¹
Warum Meditation? Aspekte ganzheitlicher Gesundheit
Auch wenn wir hier im Westen nicht unbedingt die Erleuchtung anstreben, so kann uns die Meditation dennoch äußerst dienlich sein. Die Meditation ist eine Möglichkeit, Stress abzubauen, innere Ruhe und Ausgeglichenheit zu finden, unsere Konzentrationsfähigkeit und Achtsamkeit zu schulen, unsere geistigen Fähigkeiten auszubauen und gleichzeitig unser Herz zu öffnen. Auch ist es möglich, in der Meditation den Weg zur Heilung von emotionalen und seelischen Wunden zu ebnen und Frieden mit uns selbst, unserer Vergangenheit und dem, was ist, zu schließen. Ohne Zutun eröffnen sich dabei neue Perspektiven für unser Leben. Weiter ermöglicht die Meditation tiefe Einsichten in das eigene Ich und fördert die Selbsterkenntnis. | ![]() |
Meditation & Kontemplation

Während die Meditation eine Art
absichtslose Innenschau, d. h. die Ausrichtung des Geistes nach innen
bedeutet, geht es bei der Kontemplation um die besinnliche und
beschauliche Betrachtung dessen, was ist, und um die Sammlung auf
eine bestimmte Sache oder Tätigkeit, mit dem Ziel der Verschmelzung (z. B. mit einem Gegenstand, einer
Kerzenflamme, einem Mantra oder Yantra, oder auch einem Musikstück).
In der
Meditation wird versucht, die achtsame Aufmerksamkeit (z. B. auf den Atem, eine
Bewegung, die innere Leere, die Chakren u. a.) nicht durch den Verstand
zu steuern, sondern sie soll sich in Folge der Versenkung ergeben. In
der Kontemplation wenden wir uns bewusst und mit erhöhter Achtsamkeit
dem zu, was wir tun bzw. dessen, worauf die Aufmerksamkeit gelenkt
wird, um mit dem Gegenstand oder dem Tun eins zu werden. Beiden gemein ist eine klare und wache Bewusstheit des Geistes.
Meditationsformen
Es gibt unterschiedliche Meditationsformen: Aktive und passive Meditationen, formelle und formlose Meditationen. Mit aktiver Meditation ist das bewusste beeinflussen unserer Gedanken oder Tätigkeiten/Bewegungen gemeint. Zu dieser gehören z. B. die Geh-Meditation und kontemplative Tätigkeiten im Alltag (wie Unkraut jäten, abwaschen usw.), die die formlose Art der aktiven Meditation darstellen. Yoga, Qi Gong und Tai Chi Chuan als innere Kampfkunst z. B. gehören ebenfalls in die aktive Meditation, jedoch in die formelle, da es hier es um das exakte Ausführen ganz bestimmter Bewegungen geht.
Zu passiver Meditation gehören die Stille-Meditation (z. B. Kontemplation eines Yantra), die Achtsamkeits-Meditation (Vipassana und Zazen), die Konzentrations-Meditation (Konzentration auf einen bestimmten Gedanken, ein Mantra oder ein imaginiertes Bild) und die Transzendentale Meditation, in der z. B. ein Mantra - im Gegensatz zur Stille- und Konzentrations-Meditation - ohne Konzentration und ohne Kontemplation benutzt werden soll, um tiefe Stille bei gleichzeitig erhöhter Wachsamkeit zu erreichen.
Meditations-"Werkzeuge" - Yantra | Mudra| Mantra | Mala | Mandala | Koan
Yantras (Sanskrit) sind rituelle Diagramme und geometrische Figuren, die in Meditationen verwendet werden und dort initiatorische Funktionen erfüllen, in dem sie eine bestimmte Göttlichkeit oder göttliche Aspekte repräsentieren. Oft wird die Kontemplation mit einem Yantra mit einem Mantra kombiniert, damit sich der göttliche Aspekt in der Meditation manifestieren kann.
Die Mudra ist eine symbolische Handgeste oder Fingerhaltung, die einerseits im Alltag (wie bei dem Gruß Namasté, bei dem die Handflächen aneinander gelegt werden) aber auch in der spirituellen oder religiösen Meditationspraxis angewendet wird. Mudras werden aber auch zur Heilung eingesetzt, da sie durch bestimmte Druckpunkte wie bei der Akupressur Energieblockaden lösen.
Ein Mantra ist eine kurze, formelhafte Wortfolge, die während einer Meditation repetitiv, d.h. sich wiederholend, rezitiert wird. Das Mantra kann laut oder leise, im Stillen, singend oder immer leiser werdend rezitiert werden. Bei dem abgebildeten Mantra aus dem Sanskrit handelt es sich um die heilige Keimsilbe OM (auch AUM).
Die Mala ist eine indische Gebetskette, ähnlich wie der katholische Rosenkranz. Sie wird zum Zählen der Mantras eingesetzt. Traditionell enthält eine Mantra-Mala 108 Perlen, mit einer größeren Guruperle.
Mandalas werden zu spirituellen oder religiösen Zwecken (insbesondere im Hinduismus, Buddhismus) eingesetzt. Mandalas sind meist kreisförmig oder quadratisch und symbolisieren einen bestimmten Archetypus.
Ein Koan (o. Abb.) ist eine aus dem Zen-Buddhismus stammende pointierte Aussage, ein Sinnspruch eines Meisters gegenüber seinem Schülers. Der Schüler hat die Aufgabe, über diesen Sinnspruch so lange zu meditieren, bis er dessen Wahrheit und Inhalt erkannt hat. Ein Koan könnte lauten: Höre den Klang deiner linken Hand.
| Yantra | Mudra | Mantra | Mala | Mandala |
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Literatur-Empfehlungen
- Einfach meditieren. Sonderausgabe. Übungen für ein gelassenes Leben. (Taschenbuch)
von Clark Strand, ISBN-10: 3596506042
- Meditationsführer: Wege nach innen (Taschenbuch)
von Margit Dahlke, Rüdiger Dahlke, ISBN-10: 3897674513





